Betroffene leiden oft still

Weltkopfschmerztag am 5. September

Kreis Soest (kso.2021.08.30.471.ak) Kopfschmerzen gehören zu den häufigsten gesundheitlichen Beschwerden und werden als Erkrankung oft unterschätzt. Obwohl der Leidensdruck groß und die Lebensqualität stark beeinträchtigt ist, halten viele aus Angst vor Stigmatisierung ihre Krankheit geheim und leiden im Stillen. Das kann den Weg in einen Medikamentenmissbrauch oder eine Abhängigkeit beschleunigen. Das Kreisgesundheitsamt möchte den Weltkopfschmerztag am 5. September nutzen, um das Bewusstsein für diese Problematik zu schärfen.

Volkskrankheit Kopfschmerz
Alexa Krause, Fachkraft für Suchtprävention, sowie Amtsapotheker Christian Stockebrand vom Kreisgesundheitsamt möchten den Weltkopfschmerztag am 5. September nutzen, um das Bewusstsein für diese Volkskrankheit zu schärfen. Tabletten sind aus ihrer Sicht nicht immer die beste Lösung. Je nach Art und Ursache der Schmerzen kann auch ein heißes Bad bei Verspannungen, ein Spaziergang an der frischen Luft oder ausreichendes Trinken helfen. Foto: Thomas Weinstock/ Kreis Soest

Alexa Krause, Fachkraft für Suchtprävention im Gesundheitsamt des Kreises Soest weiß, wer besonders gefährdet ist, auf Dauer in einen Missbrauchs- oder Abhängigkeitskreislauf von Schmerzmitteln zu geraten. „Es sind vor allem Mädchen und junge Frauen, deren Eltern relativ schnell zur Behandlung von Kopfschmerzen zu Schmerzmitteln greifen. Diese jungen Frauen sind gefährdet, allzu häufig diese Form der schnellen Bewältigung zu nutzen und so auf Dauer keine anderen Möglichkeiten mehr zur Behandlung der Schmerzen zur Verfügung zu haben. Dies ist ein typisch erlerntes Verhalten in sogenannten ‚Schmerzmittelhaushalten‘, also einem Umfeld, in dem die Einnahme von Tabletten als die übliche Strategie zur Behandlung von unangenehmen Symptomen ‚erlernt‘ wird.“ Je nach Art und Ursache der Schmerzen kann jedoch auch ein heißes Bad bei Verspannungen, ein Spaziergang an der frischen Luft oder ausreichendes Trinken helfen.

Ibuprofen, ASS, Paracetamol oder auch Kombinationsmittel mit Coffein werden am häufigsten in der Selbstmedikation verwendet, erläutert Christian Stockebrand, Amtsapotheker des Kreises Soest: „Vor der Anwendung dieser Arzneimittel sollte allerdings immer erst eine Beratung in der Apotheke stattgefunden haben, um die Art und Ursache der Beschwerden zu besprechen und im Zweifelsfall einen Arztbesuch nahezulegen. Dabei müssen verschiedene Faktoren wie zum Beispiel Grunderkrankungen oder Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln berücksichtigt werden, um Fehl- oder Überdosierungen sowie Abhängigkeiten zu vermeiden. Denn auch die regelmäßige Einnahme von Kopfschmerzmitteln selbst kann einen Auslöser von Kopfschmerzen darstellen. Generell gilt, dass bei Kopfschmerzen an mehreren Tagen hintereinander die Behandlung in die Hand einer Ärztin oder eines Arztes gehört.“