Digitale Modellpraxen „sehr zufrieden“

Wirtschaftsförderung Kreis Soest erprobt mit Ärzten innovative Lösungen - Zwischenbilanz

Kreis Soest (kso.2021.08.27.487.wfg) Wie kann die Digitalisierung den Zugang der Patienten zur medizinischen Versorgung verbessern? Welchen Nutzen haben digitale Lösungen für Arztpraxen? Diese Fragen werden seit Ende 2020 in sechs digitalen Modellpraxen im Kreis Soest beantwortet. Sie wurden ausgewählt aus insgesamt 33 Praxen, die sich bei der Wirtschaftsförderung Kreis Soest beworben hatten. Ein Zwischenbilanz nach neun Monaten fällt positiv aus.

Ergebnisse präsentiert
Präsentierten den 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Netzwerktreffens wfg.Gesundheit in Bad Sassendorf die Zwischenergebnisse der digitalen Modellpraxen (v. l.): Erwin Göckeler-Leopold (Geseke), Sarah Bürger (Rüthen), Stephan Kura (Rüthen), Eckhard Weinz (Ense) und Benedikt Meyer zu Theenhausen (Wirtschaftsförderung Kreis Soest). Foto: Marcel Frischkorn/ wfg

Jeweils bis zum 31. Dezember 2021 wird eine telemedizinische Lösung in den Innovationsfeldern Online-Terminvereinbarung (Praxis Weinz/ Ense), smarter Telefonassistent (Praxis Calles, Hansen und Weber/ Wickede/Ruhr), Dokumentation per Spracherkennung (Praxis Göckeler-Leopold/ Geseke), digitale Anamnese (Patientenaufnahme, MVZ Maria Hilf/ Warstein & Hausarztzentrum Rüthen) und digitale Diagnose von Hauterkrankungen (Praxis Arp und Klein/ Bad Sassendorf) erprobt. „Diese Themen stellen allesamt hochrelevante Lösungsmöglichkeiten für Patientenservice, Patientenversorgung und Praxismanagement dar“, ist Projektleiter Benedikt Meyer zu Theenhausen sicher.

Erste Zwischenergebnisse stellten zwei Vertreter der Modellpraxen ihren ärztlichen Kollegen bei einem Netzwerktreffen wfg.Gesundheit mit 25 Ärztinnen und Ärzten in Bad Sassendorf vor. Das Netzwerktreffen wurde zum zweiten Mal von der wfg veranstaltet und soll den Austausch in der Ärzteschaft im Kreis Soest fördern. Die Eindrücke waren überwiegend positiv: „Wir sind sehr zufrieden. Die Patientinnen und Patienten sind nicht mehr auf unsere Sprechstundenzeiten angewiesen, wenn sie einen Termin vereinbaren möchten. Anrufe, die rein terminbezogen sind, erhalten wir jetzt nur noch vereinzelnd”, berichtete Eckhard Weinz aus Ense über die Online-Terminvereinbarung.

Auch zur Dokumentation per Spracherkennung fand Erwin Göckeler-Leopold aus Geseke positive Worte: „Die Dokumentation meiner Behandlungsfälle per Spracherkennung funktioniert sehr gut. Sie ist eine zeitliche Entlastung für meine Mitarbeiterin, die jetzt anderen Aufgaben nachgehen kann. Und auch für mich bietet die digitale Lösung eine zeitliche Entlastung in der täglichen Arbeit. Es ist erstaunlich, wie präzise die Software meine Stimme erkennt.“ Um sich ein besseres Bild von den telemedizinischen Lösungen machen zu können, hat die wfg mehrere Videos produziert. Diese sind auf der wfg-Website unter „Angebote“/ „Für Ärzt*Innen“/ „Telemedizin“ verfügbar.

Die Modellpraxen werden im Rahmen des Projekts wfg.medPULS vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gefördert. Die Erfahrungen sollen dazu dienen, die medizinische Versorgung im Kreis Soest zu verbessern und ihn zu einem innovativen und digitalen Gesundheitsstandort weiterzuentwickeln. Geschäftsführer Markus Helms: „Der Kreis Soest hat sich zu einem Vorreiter für telemedizinische Lösungen entwickelt. Damit steigern wir unsere Attraktivität für Fachkräfte erheblich.“

Finale Ergebnisse der Modellpraxen werden Anfang 2022 erwartet, wenn auch das Förderprojekt wfg.medPULS endet. Weitere Informationen zum Projekt wfg.medPULS sind im Netz unter der Adresse wfg-kreis-soest.de/telemedizin oder unter der E-Mail-Adresse benedikt.mzt@wfg-kreis-soest.de erhältlich.