Illuminiertes Kreishaus feiert Landesgeburtstag

Vor 75 Jahren wurde NRW gegründet – Landesfarben Grün, Weiß, Rot erstrahlen

Kreis Soest (kso.2021.08.19.468.bp/-rn/fg) Nordrhein-Westfalen feiert am 23. August seinen 75. Geburtstag. Dieses Jubiläum soll in allen Teilen NRWs unter Berücksichtigung der Corona-Pandemie gewürdigt werden. Im ganzen Lande sollen Bauwerke in den Landesfarben Grün, Weiß und Rot erstrahlen. Die Illuminationen werden zeitgleich ab Einbruch der Dämmerung von Montag, 23. August, bis Montag, 30. August, sichtbar sein. Der Kreis Soest beteiligt sich mit seinem Kreishaus daran und lässt es von innen heraus leuchten.

Logo Jubiläumsfeier 75 Jahre NRW
Zum Landesjubiläum wurde das Logo Nordrhein-Westfalen wird 75 entwickelt.

„Die Kreisverwaltung ist ein Dienstleister für die Menschen im Kreis Soest. Das Kreishaus ist ein sichtbares Zeichen für eine wichtige Arbeitsebene im demokratischen System. Die Beleuchtung soll den Bürgerinnen und Bürgern daher eine schöne Erinnerung an den demokratischen Neubeginn in NRW sein“, erläutert Landrätin Eva Irrgang die Würdigung des Jubiläums. Am 23. August 1946 wurde aus dem nördlichen Teil der preußischen Rheinprovinz mit den Regierungsbezirken Aachen, Düsseldorf und Köln sowie der preußischen Provinz Westfalen das Land Nordrhein-Westfalen gebildet.

Der Gründung Nordrhein-Westfalens war die Reaktivierung der Kreise und Landratsbehörden vorangegangen. Im April 1945 marschierten die Amerikaner ein. Nur wenige Wochen später gehörte das damalige Gebiet der Altkreise Soest und Lippstadt zur englischen Besatzungszone. Die Kommunalverwaltung war als einzige Verwaltungsebene noch halbwegs funktionsfähig. Daher kam ihr große Wichtigkeit bei, als die Besatzungsmächte den Deutschen die Verantwortung für den Wiederaufbau übertrugen. Die von den Alliierten ernannten Landräte waren für das Funktionieren der Verwaltung verantwortlich, wurden aber zugleich eng kontrolliert. Zur Jahreswende 1945/46 setzte die Militärregierung Kreistage ein, allerdings nur mit beratender Funktion, die Abgeordneten wurden auf Vorschlag des Landrats ernannt.

Ab August 1946 galt eine neue Kommunalverfassung auch für die Kreise. Nun entstand das Amt des Oberkreisdirektors. Mit Einrichtung dieser sogenannten „Doppelspitze“ mit ehrenamtlichem Landrat und hauptamtlich tätigem Oberkreisdirektor teilten die Briten die Verantwortlichkeiten in der Kommunalverwaltung auf. Sie wollten damit die Demokratisierung der Verwaltung erreichen. Zu ersten Oberkreisdirektoren wurden 1946 die vorigen Landräte August Günther in Soest und Franz Liese in Lippstadt gewählt. Mit den Kreistagswahlen am 13. Oktober 1946 ging die politische Verantwortung mehr und mehr von der Militärregierung auf die Kreistagsabgeordneten über.

Wichtigste Aufgabe in der Nachkriegszeit war die Versorgung der Bevölkerung mit dem Allernotwendigsten zum Überleben, seien es Lebensmittel, Kleidung oder Wohnung, Öfen und Brennmaterial. Improvisation, Einfallsreichtum und Organisationstalent waren nun in der Verwaltung gefordert, besonders im Kreisernährungsamt und im Kreiswirtschaftsamt. Die Versorgung und die Eingliederung der Vertriebenen und Evakuierten in das wirtschaftliche und soziale Leben der Kreise wurde zu einem der vordringlichsten Probleme.

 

Kreistage konstituieren sich
Kreistagssitzung des Kreises Lippstadt 1946. Unter dem Vorsitz von Landrat Carl Laumanns (Mitte) tagten die Abgeordneten zusammen mit Oberkreisdirektor Franz Liese (3. v. l.), begleitet von den wachsamen Augen der Militärregierung mit Major Haig (l.). Foto: Kreisarchiv Soest
Militärregierung kontrolliert Verwaltung
Nach dem Zusammenbruch kontrollierte die Militärregierung die Verwaltung. Besprechung im Kreishaus in Soest 1945, mit Major Gething (Mitte), Landrat August Günther (2. v. l.), und Regierungspräsident Fritz Fries (2. v. r.). Foto: Kreisarchiv Soest