Jugendliche bestmöglich unterstützen

Bildungskonferenz legt Fokus auf berufliche Orientierung, Erfolge und Herausforderungen

Kreis Soest (kso.2022.06.01.344.ab/jdw) „Wir haben ein gut funktionierendes Netzwerk im Übergang Schule-Beruf im Kreis Soest. Zusammen müssen wir jetzt alle dafür sorgen, die Jugendlichen, die unter den Corona-Bedingungen die größten Einbußen und Belastungen hatten, bestmöglich zu unterstützen.“ Diesen Aufruf richtete Dieter Hesse, Abteilungsleiter Bildung und Integration des Kreises Soest, an die über 90 Teilnehmenden, die am Montag, 30. Mai 2022, zur Bildungskonferenz auf Haus Düsse erschienen waren.

Podiumsdiskussion
In einer Podiumsdiskussion stellten sich Vertreter aus Schule und Wirtschaft aus der Region unterschiedlichen Fragen (v.l.): Moderatorin Dr. Michaela Marterer, Jörg Malzon-Jessen, Unternehmenssprecher Infineon, Detlef Schönberger, Hauptgeschäftsführer Kreishandwerkerschaft Hellweg-Lippe, Oliver Schmale, Leiter der Agentur für Arbeit Meschede-Soest, Thomas Busch, Schulleiter des Hubertus-Schwartz-Berufskollegs, Klaus Bourdick, Geschäftsbereichsleiter Aus- und Weiterbildung IHK Arnsberg, und Professorin Dr. Petra Lippegaus, Dozentin an der SRH Hochschule Hamm. Foto: Christoph Niggemeier/ Kreis Soest

"10 Jahre ‚Kein Abschluss ohne Anschluss‘ - Erfolge und Herausforderungen“ lautete der Titel der Veranstaltung, an der viele regionale Expertinnen und Experten aus den Bereichen Schule, Hochschule, Kommunen, Wirtschaft und Bildungseinrichtungen teilnahmen und ihr Wissen einbrachten. Spannende Einblicke und Erkenntnisse gab es an diesem Tag von einer Expertin für Berufsorientierung: Professorin Dr. Petra Lippegaus. Seit 2017 ist sie Professorin für Soziale Arbeit im Fachbereich Sozialwissenschaft an der SRH Hochschule in Nordrhein-Westfalen und maßgeblich beteiligt an der Entwicklung der Potenzialanalysen sowie am Programm „Potenzialanalysen migrationssensibel gestalten“. In ihrem Impulsreferat „Berufliche Orientierung unter dem Brennglas der Corona-Krise“ sprach sie über die Bedeutung der Berufsorientierung. „Es gibt auf der einen Seite den Fachkräftemangel und die Bedarfe und Möglichkeiten der Betriebe, aber wir müssen auch die Interessen, Wünsche und Neigungen der Jugendlichen berücksichtigen“, erklärte Professorin Dr. Lippegaus.

Während der Corona-Pandemie hätten viele Jugendliche nicht die Möglichkeit gehabt, sich in Betrieben auszuprobieren und hätten daher auch ihr Wissen und Können nicht mit den Bedarfen der Arbeitswelt abgleichen können. „Viele Elemente einer guten beruflichen Orientierung konnten nicht genutzt werden,“ so Professorin Dr. Lippegaus, aber die Corona-Krise habe bei vielen Jugendlichen noch tiefgreifendere Auswirkungen mit sich gebracht. „Während in gut situierten Familien mit Haus und Garten, der Möglichkeit des Homeoffice, mit Eltern mit einem guten Bildungshintergrund, die Jugendlichen in der Lage waren, die Situation aus eigener Kraft zu meistern, waren Kinder von Familien unterhalb der Armutsgrenze oder Familien mit Migrationshintergrund und geringer Bildung besonders belastet und oftmals ausgegrenzt.“

In einer anschließenden Podiumsdiskussion stellten sich Vertreter aus Schule und Wirtschaft aus der Region Fragen der Moderatorin Dr. Michaela Marterer, von der Steirischen Volkswirtschaftlichen Gesellschaft aus Graz. Verschiedene Themen wurden behandelt, bevor sich die Teilnehmenden in vier Workshops eingehend mit den Fragen beschäftigten, welche Angebote es für Jugendliche im Kreis Soest gibt, wie sie angenommen werden und welche Möglichkeiten es gibt, die Zielgruppen noch besser zu erreichen.

Simon Schmitz und Andrea Bergmann, von der Kommunalen Koordinierungsstelle Übergang Schule-Beruf des Kreises Soest, zeigten sich sehr zufrieden mit der Bildungskonferenz: „Die konstruktive Mitarbeit aller Teilnehmenden hat uns wieder ein Stück weiter in unserer Arbeit gebracht. Gemeinsam mit allen Akteuren in der Region werden wir dafür sorgen, dass es immer weniger Jugendliche gibt, die nach dem ‚Abschluss keinen Anschluss‘ bekommen!“

"Berufliche Orientierung unter dem Brennglas der Corona-Krise"
In ihrem Impulsreferat „Berufliche Orientierung unter dem Brennglas der Corona-Krise“ sprach die Referentin, Professorin Dr. Petra Lippegaus von der SRH Hochschule in Nordrhein-Westfalen, über die Bedeutung der Berufsorientierung. Foto: Christoph Niggemeier/ Kreis Soest