Frühzeitig die Weichen für Chancengerechtigkeit stellen

Bildungsrat entwickelt Perspektiven für den Übergang von der Grundschule auf weiterführende Schulen

Kreis Soest (kso.2023.01.16.010.as/bika) Brüche in der Bildungslaufbahn von Kindern und Jugendlichen zu verhindern – das ist eines der Ziele des Bildungsrates der Bildungsregion Kreis Soest. Ein Zeitpunkt, auf den es in der Schulkarriere ganz entscheidend ankommt, ist der Übergang von der Grundschule an die weiterführende Schule. Damit befasste sich der Bildungsrat jetzt und beschloss, diesen wichtigen Übergang nach Klasse 4 zum Thema der Bildungskonferenz 2024 zu machen.

Bildungsrat tagte
Landrätin Eva Irrgang (8. v. l.) hatte den Bildungsrat der Bildungsregion Kreis Soest ins Kreishaus eingeladen. Wichtiges Thema war der Übergang an die weiterführende Schule. Foto: Mathias Keller/ Kreis Soest

Auf Einladung von Landrätin Eva Irrgang diskutierten die Mitglieder des Bildungsrates jetzt verschiedene Optionen zur Unterstützung von Eltern und pädagogischen Fachkräften am Übergang von der Grundschule auf weiterführende Schulen. Nachdem in den letzten Sitzungen des Bildungsrats und der Bildungskonferenz 2022 der Fokus auf den Übergang Schule – Beruf gerichtet war, ging es in der aktuellen Sitzung darum, schon frühzeitig Perspektiven für möglichst günstige Rahmenbedingungen für den Übergang Grundschule – Sekundarstufe I zu entwickeln.

So stellte Prof. Dr. Raphaela Porsch, UNI Magdeburg, in ihrem Impulsvortrag die Bedeutung dieses Übergangs für die jeweilige Bildungsbiographie heraus und schlug dabei auch den Bogen zum Fachkräftebedarf. Es gelte, „Chancengerechtigkeit in den Mittelpunkt der Übergangsgestaltung“ zu rücken. Schulformen sollten nicht nur Abschlüsse bieten, sondern auch Perspektiven aufzeigen. Kindern müsse es ermöglicht werden, „über Bildung und individuelle Förderung einen Lebensweg zu finden“.

Bei dem ausgeprägt vielfältigen Angebot an Schulformen im Kreis gelte es für die Eltern, die „wirklich passende Schulform“ zu finden. Dies gelinge, wenn Übergang als pädagogische Aufgabe gesehen wird.

Die Bildungsratsmitglieder waren sich einig darüber, dass für eine informierte Entscheidung der Eltern die Lehrkräfte über ausgeprägte Beratungskompetenzen verfügen müssen. Die in NRW frühe Entscheidung für den weiteren Bildungsweg bereits nach dem 4. Schuljahr wurde dabei als eher hinderlich eingeschätzt. Die Teilnehmenden forderten, die gesellschaftlich vorherrschende Wertigkeit von Abschlüssen grundsätzlich in Frage zu stellen. Es müsse deutlich werden, dass „Alternativen zum Gymnasium auch Grundlagen für eine erfolgreiche Lebensperspektive sein können“. 

Mit Blick auf die hohe individuelle und gesellschaftliche Relevanz der Übergangsentscheidung beschloss der Bildungsrat, das Thema Chancengerechtigkeit am Übergang von der Grundschule auf weiterführende Schulen zum Thema der Bildungskonferenz 2024 zu machen. 

Hintergrund: Bildungsrat der Bildungsregion Kreis Soest
Der Bildungsrat setzt sich aus Vertretern der Leitungsebenen von Kreis, Kommunen, Schulen, oberer Schulaufsicht, Hochschulen, Jugendhilfe, Agentur für Arbeit, Wirtschaft, Lenkungskreis der Regionalagentur sowie dem regionalem Ausbildungskonsens zusammen. Er formuliert strategische Ziele, legt Schwerpunkte für die Bildungskonferenzen fest, fördert die Vernetzung der Bildungsregion, gibt Anregungen, Beratung und Kritik sowie Perspektiven für die Weiterentwicklung.