Dorf ist Energie(klug)

Südwestfalen möchte "energiekluge Dörfer" entwickeln. Dabei wird explizit nicht auf Energieautarkie der teilnehmenden Ortschaften gesetzt. Stattdessen werden insbesondere die Sensibilisierung der Dorfgemeinschaften für die eigenen Klimaschutzpotenziale sowie kleinere Projekte und Prozesse für mehr regenerative Energien und Energieeffizienz angestrebt. Die bereits in der Region vorhandenen guten Beispiele helfen dabei nach dem Prinzip "Dörfer lernen von Dörfern" maßgeblich beim Wissenstransfer.

Logo Südwestfalen, Dorf ist Energie(klug)

Der Kreis Soest stellt zusammen mit der Südwestfalen-Agentur regionale Kompetenzteams zusammen, die die Dorfgemeinschaften in Ihrem Unsetzungsprozess begleiten.

Interessierte Dorfgemeinschaften können sich über einen Zeitraum von drei Jahren durch Fachleute coachen und beraten lassen. Dabei sollen sämtliche Vorteile für das lokale und regionale Wirtschaften genutzt werden - für die Lebensqualität der Bewohner heute und für die Sicherung der Zukunft der Dörfer morgen und übermorgen.

Als Teil der Studie "Dorf ist Energie(klug)" setzen in Kürze sogenannte Kompetenzteams in teilnehmenden Dörfern Südwestfalens einen mehrstufigen Coaching-Prozess um. Die Dorfgemeinschaften werden so einerseits für das Thema "Energiewende und Klimaschutz" sensibilisiert. Andererseits wird ein Wissenstransfer in der gesamten Region zwischen bewährten und neuen Ansätzen, zwischen Dörfern mit Erfahrung und solchen, für die das Thema neu ist, gewährleistet. Die Dörfer sollen gemeinsam mit den Kompetenzteams Ansätze zur Nutzung regenerativer Energien sowie der Energieeinsparung und Effizienzsteigerung herausarbeiten und daraus nachhaltige Projekte entwickeln.

Chancen für den ländlichen Raum

Die teilnehmenden Dorfgemeinschaften dienen während und nach dem Projekt als Modelldörfer. Durch die gezielte Auswahl können unterschiedliche alternative Energie-Konzepte umgesetzt werden, die durch mehr regionale Wertschöpfung und regionale Teilhabe auch wirtschaftliche Chancen für die ländlichen Räume bieten, zum Beispiel, in dem Firmen vor Ort beauftragt werden.

Projektentwicklung und -management

Die Praxisstudie "Dorf ist Energie(klug)" ist zunächst auf drei Jahre (2014-2016) angelegt und richtet sich an Dorfgemeinschaften und Ortsteile mit dörflicher Ausprägung. Das Projekt fördert keine Maßnahmen Einzelner, sondern Gemeinschaftsprojekte und stärkt so die Teilhabe vieler. Die Kompetenzteams streben dabei an, pro Kreis zwei Dörfer zu begleiten. Das Projekt wird von einem Projektmanager gesteuert, koordiniert und begleitet.

Der Projektmanager hat unter anderem folgende Aufgaben: 

  • Annahme und Prüfung der Dorf-Bewerbungen zur Teilnahme an der Praxisstudie
  • Zusammenstellen und Koordinieren der Kompetenzteams
  • Organisation der Auftaktveranstaltungen sowie der vorgesehenen Arbeitstreffen (Wissens- und Erfahrungstransfer, thematische Workshops, Exkursionen zu guten Beispielen)
  • Aufbau des Kommunikationssystems, Erstellung und Pflege eines Katalogs mit guten Beispielen und Musterlösungen
  • Aufbau und Organisation der Öffentlichkeitsarbeit
  • Einbindung der vorhandenen Institutionen und Akteure und Abstimmung mit diesen
  • Prüfung und regionale Übertragung endogener Finanzierungsmodelle (zum Beispiel sich selbst refinanzierende oder sich selbst tragende Projekte)

Kompetenzteams / Coachingprozess

  • Ein so genannter "Werkzeugkoffer" stellt exemplarisch ein vielschichtiges Repertoire an Arbeitsmitteln und möglichen "Stellschrauben" bereit. Er beinhaltet unter anderem eine Situationsanalyse mit Hilfe eines Dorfsteckbriefes, Informationen zu Förderzugängen und vorhandenen Institutionen sowie Kommunikationsmaßnahmen und -instrumente. Zentrales Ziel ist die Beratung zur "Energieklugheit" des Dorfes.
  • Potenzialanalyse: Grundlage ist ein mit der Bewerbung durch die Dorfgemeinschaft einzureichender "Dorfsteckbrief" mit Daten unter anderem zur Infrastruktur, zu vorhandenen Entwicklungskonzepten, zu existierenden Maßnahmen und Anlagen im Bereich Erneuerbare Energien und Energie-Effizienz. Zunächst nimmt ein Gutachter eine CO2-Bilanzierung nach definierten Qualitätskriterien vor. Kompetenzteam und Gutachter ermitteln dann gemeinsam das Einsparpotenzial. Projektideen werden anschließend zusammen mit der Dorfgemeinschaft entwickelt.
  • Exkursionen zu "Best-Practice-Beispielen" innerhalb und außerhalb Südwestfalens sowie Workshops und Arbeitstreffen zum Informationsaustausch. Vorträge, moderierte Werkstätten, auch mit externen Fachleuten, sind wichtiger Bestandteil des Prozesses.
  • Die Kompetenzteams werden flexibel und je nach individuellem Bedarf der teilnehmenden Dörfer durch das Projektmanagement zusammengestellt. Mitglieder sind unter anderem Experten zu den Themen Mobilität, Gebäudesanierung, Trägerstrukturen, Energieeffizienz, Nahwärmenetze, Dorfentwicklung, Finanzierung, Recht und Moderation. Die bestehenden Beratungsangebote zum Beispiel der EnergieAgentur NRW, der Verbraucherzentralen, der Wirtschaftskammern und weiterer etablierter Institutionen werden mitgenutzt.
  • Die Kompetenzteams werden jeweils kreisweit organisiert, ergänzt durch südwestfalenweit tätige Experten zum Beispiel der EnergieAgentur.NRW, der Bezirksregierung, aus Wirtschaftskammern, oder Banken.
  • Arbeitstreffen zwischen den einzelnen Kompetenzteams dienen dem Austausch des Sachstands, von Ergebnisberichten und der Zusammenführung der Prozessergebnisse.

Kommunikation

  • Als zentrales Kommunikationsinstrument ist ein Internetportal geplant, das auf den Erfahrungen der Südwestfalen Agentur mit deren Regionalmarketing-Portal aufbaut. In einem internen Bereich können hier dann Projektteilnehmerinnen und -teilnehmer Informationen austauschen.
  • Mit einem "Katalog der guten, übertragbaren Beispiele" und Hintergrundinfos auf der Website ist eine Art "Schaufenster der Energie- und Klimaregion Südwestfalen" geplant, das einen guten Einblick in die regionalen Projekte bietet.
  • Kreisübergreifende Auftaktveranstaltungen dienen dazu, die Öffentlichkeit zu informieren, Dörfer für das Projekt zu gewinnen und mögliche Akteurinnen und Akteure miteinander zu vernetzen.
  • Mit überregionalen halbtägigen Konferenzen wird der Wissensaustausch zwischen den beteiligten Dörfern und dem Land NRW sichergestellt.

Der Abschlussbericht ist zugleich eine Dokumentation des Gesamtprozesses.

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