Kooperatives Aufnahmeverfahren im Übergang Kita – Grundschule

Wie lässt sich für Kinder im Kreis Soest der Übergang von der Kindertagesstätte (Kita) in die Grundschule möglichst erfolgreich gestalten? Eine Schlüsselrolle soll dabei ein neues "Kooperatives Aufnahmeverfahren" einnehmen, das 2018/2019 drei Grundschulen aus Lippstadt, Soest und Warstein in einer ersten Pilotphase erfolgreich getestet haben. Kernelement des neuen Verfahrens ist ein sogenanntes "Kooperatives Aufnahmegespräch".

Ein neues „Kooperatives Aufnahmeverfahren“ soll Kindern den Übergang von der Kita in die Grundschule erleichtern. Wie das genau funktioniert, ließen sich jetzt die Leitungen aller Kitas und Grundschulen im März 2019 in Geseke vorstellen. Foto: Achim Schmacks/Kreis Soest
Ein neues „Kooperatives Aufnahmeverfahren“ soll Kindern den Übergang von der Kita in die Grundschule erleichtern. Wie das genau funktioniert, ließen sich jetzt die Leitungen aller Kitas und Grundschulen im März 2019 in Geseke vorstellen. Foto: Achim Schmacks/Kreis Soest

Nachdem Eltern ihr Kind an der Grundschule angemeldet haben, lädt die Grundschulleitung Eltern und Erzieher dazu ein, in einem Gespräch Interessen, Stärken und weitere individuelle Unterstützungs- und Förderbedarfe zu ermitteln. Bei einem amtsärztlich festgestellten Förderbedarf nimmt auch der Kinder- und Jugendärztliche Dienst des Kreises teil. 

Erziehungspartnerschaft mit Eltern und Erziehern

Im Sinne einer echten Erziehungspartnerschaft werden die Menschen an einen Tisch geholt, die sich am besten mit den Kindern auskennen - ihre Eltern, Erzieherinnen und Erzieher. Eltern und Erzieher haben viele Jahre Erfahrungen mit ihren Schützlingen gesammelt. Ihre Einschätzungen zu den Fähigkeiten der Kinder sind deshalb in der Regel aussagekräftiger als die aktuellen Tests in den Schulen, die immer nur Momentaufnahmen sein können. Falls sich einige Monate nach der Einschulung aus Sicht der Beteiligten Probleme auftun, ist ein weiteres gemeinsames "Reflexionsgespräch" vorgesehen, wie die Entwicklung besser unterstützt werden kann. Bei Kindern mit festgestelltem Förder- und Unterstützungsbedarf sieht das Aufnahmeverfahren außerdem ein weiteres gemeinsames "Übergabegespräch" vor den Sommerferien vor.

Viele weitere Vorteile

In der Praxis ergeben sich viele weitere Vorteile: Auf Tests in den Schulen wird dann verzichtet, außerdem lassen sich viele Missverständnisse durch das direkte Gespräch zwischen allen Beteiligten vermeiden. Widersprüche und offene Fragen lassen sich leichter klären.

Das Pilotprojekt soll nun in einer zweiten Phase ab Herbst 2019 für den Einschulungsjahrgang 2020 auf ganz Geseke, die Gemeinde Wickede (Ruhr) und auf die St. Ida Grundschule in Lippetal ausgeweitet werden.

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