Gebäudeeinmessung

Gebäudeeinmessungen sind gesetzlich vorgeschrieben, sobald auf einem Grundstück ein Gebäude - zum Beispiel ein Wohnhaus oder eine Garage - neu errichtet oder in seinem Grundriss verändert worden ist. Eigentümer oder Erbbauberechtigte müssen unmittelbar nach der Fertigstellung des Gebäudes oder der äußeren Grundrissveränderung die Einmessung beauftragen. Bei Fragen gibt das Katasteramt gerne Auskunft.
Mitarbeiter des Kreises bei einer Gebäudeeinmessung. Foto: Kreis Soest/Abteilung Liegenschaftskataster
Mitarbeiter des Kreises bei einer Gebäudeeinmessung. Foto: Kreis Soest/Abteilung Liegenschaftskataster

Nicht einmessungspflichtig sind:

  • Umbauten, Aufstockungen und andere Veränderungen, die sich nicht auf den Grundriss des Gebäudes auswirken,
  • Behelfsbauten und untergeordnete Gebäude, die nach ihrer Ausführung für eine dauerhafte Nutzung nicht geeignet oder die für eine begrenzte Zeit aufgestellt worden sind,
  • Gebäude und Gebäudeanbauten mit einer Grundrissfläche von weniger als 10 Quadratmetern oder von geringer Bedeutung (zum Beispiel Gartenhäuser in Kleingartenanlagen oder Carports),
  • Gebäude, die vor 1972 errichtet wurden.

Wann entsteht die Einmessungspflicht?

Unmittelbar nach der Fertigstellung des Gebäudes oder der äußeren Grundrissveränderung entsteht die Einmessungspflicht für die Eigentümer oder Erbbauberechtigten.

Wer darf Gebäude einmessen?

Gebäudeeinmessungen dürfen nur von der Katasterbehörde oder von öffentlich bestellten Vermessungsingenieureninnen - und ingenieuren durchgeführt werden. 

Können Lagepläne eine Gebäudeeinmessung ersetzen?

Nein! Lagepläne ersetzen keine Gebäudeeinmessung. Bei einer Gebäudeeinmessung werden die Maße des Gebäudes bezogen auf die Grundstücksgrenzen und/oder das geodätische Anschlusspunktfeld ermittelt.

Wer überwacht die Einmessungspflicht?

Die Abteilung Liegenschaftskataster und Vermessung wird von den Bauordnungsbehörden im Kreis Soest über alle Genehmigungen und Anzeigen von Bauvorhaben informiert.

Liegt der Katasterbehörde nach Fertigstellung des Gebäudes kein Nachweis über die Beantragung der Gebäudeeinmessung vor, erhalten die Eigentümer oder Erbbauberechtigten von der Katasterbehörde eine schriftliche Erinnerung, den Nachweis über die Beantragung der Einmessung des fertiggestellten Gebäudes vorzulegen. 

Wird auch dieser Aufforderung nicht nachgekommen, kann die Einmessung zwangsweise auf Kosten des Eigentümers oder Erbbauberechtigten angeordnet werden. 

Durch die regelmäßige Auswertung von Luftbildern oder durch örtlich durchgeführte Feldvergleiche erhalten wir außerdem zusätzliche Informationen über Grundrissveränderungen oder neu errichtete Gebäude. Auch in diesen Fällen schreiben wir die Eigentümer oder Erbbauberechtigten an und bitten diese um weitere Informationen. Danach entscheiden wir, ob die Einmessung gebührenpflichtig ist oder nicht. Es kann also durchaus vorkommen, dass wir in Einzelfällen erst nach mehreren Jahren zur Gebäudeeinmessung auffordern.

Notwendige Unterlagen

In der Regel nicht erforderlich, Angaben zur Lage des Grundstücks sind von Vorteil.

Bearbeitungszeit

Hängt vom Einzelfall ab. Vermessungen und Bearbeitung werden möglichst zeitnah durchgeführt.

Kosten

Der  Nachweis des gesamten Gebäudebestandes ist für den privaten und öffentlichen Rechtsverkehr sowie für Wirtschaft und Verwaltung von großer Bedeutung. Deshalb hat der Gesetzgeber Eigentümer und Erbbauberechtigte dazu verpflichtet, auf ihre Kosten die Messungen durchzuführen zu lassen. 

Die Kosten richten sich nach den Normalherstellungskosten der Gebäude. Die Katasterbehörde und alle öffentlich bestellten Vermessungsingenieurinnen und -ingenieure  sind verpflichtet nach der in Nordrhein-Westfalen geltenden Gebührenordnung für das amtliche Vermessungswesen abzurechnen.

Werden Gebäude auf aneinander grenzenden Grundstücken gemeinsam eingemessen, so ermäßigt sich die Gebühr für jede Gebäudeeinmessung um 20 Prozent.

Auszug aus der Vermessungs- u. Wertermittlungsgebührenordnung (VermWertGebO NRW):

Normalherstellungskosten bis einschließlich

Gebühr ohne Mwst.

Gesamtbetrag
Vermessung inkl. Mwst.

25.000 Euro

300 Euro

357,00 Euro

75.000 Euro

480 Euro

571,20 Euro

300.000 Euro

830 Euro

987,70 Euro

600.000 Euro

1.350 Euro

1.606,50 Euro

1.000.000 Euro

2.100 Euro

2.499,00 Euro

Zahlungsarten

In der Regel Überweisung, nachdem der schriftliche Gebührenbescheid zugesandt wurde.

Rechtsgrundlagen

  • Gesetz über die Landesvermessung und das Liegenschaftskataster (Vermessungs- und Katastergesetz - VermKatG NRW)
  • Verordnung zur Durchführung des Gesetzes über die Landesvermessung und das Liegenschaftskataster (DVOzVermKatG NRW)
  • Gebührenordnung für das amtliche Vermessungswesen und die amtliche Grundstückswertermittlung in Nordrhein-Westfalen (Vermessungs- und Wertermittlungsgebührenordnung - VermWertGebO NRW)

Ihre Ansprechpersonen

Edith Hagedorn-Gerling 02921 30-2348 katasteramt.auskunft@kreis-soest.de Adresse | Öffnungszeiten | Details
Beate Jüngling-Dahlhoff 02921 30-2566 katasteramt.auskunft@kreis-soest.de Adresse | Öffnungszeiten | Details
Heinz-Werner Scheer 02921 30-2349 heinz-werner.scheer@kreis-soest.de Adresse | Öffnungszeiten | Details
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