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Kindliche Seele nimmt Schaden
Maria Schulte-Kellinghaus (l.), Dezernentin für Jugend, Schule und Soziales, Marianne Schaefer (2. v. l.), Sachgebietsleiterin Frühe Hilfen und Kinderschutz, und Gudrun Hengst (r.), Chefin des Kreisjugendamtes, mit Professor Dr. Dr. Manfred Spitzer, Leiter der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Ulm. Er referierte beim Fachtag "Trotz allem ...! Großwerden gelingt - Risiken und Grenzen beachten" am Dienstag, 12. Juli 2011, in der Soester Stadthalle. Foto: Kreis Soest
Fachtag thematisierte Gewalt in Paarbeziehungen und ihre Auswirkungen
Pressemeldung vom 20.07.2011
Kreis Soest (kso.2011.07.20.331.-rn). Die Zahl der Auffälligkeiten bis hin zu psychischen Störungen bei Kindern im Zuständigkeitsbereich des Kreisjugendamts wächst. Darauf wies Maria Schulte-Kellinghaus, Dezernentin für Jugend, Schule und Soziales, beim Fachtag "Trotz allem ...! Großwerden gelingt - Risiken und Grenzen beachten" am Dienstag, 12. Juli 2011, in der Soester Stadthalle hin.
Das Kreisjugendamt und die Lokalen Bündnisse für Familie im Kreis Soest begrüßten zu der Veranstaltung 400 Praktikerinnen und Praktiker aus den Bereichen Jugendhilfe, Bildung, Gesundheit und Soziales. Gewalt in Paarbeziehungen und die Auswirkungen auf das Lernverhalten von Kindern standen im Mittelpunkt. Angesichts der veränderten, oft schwierigen Lebensbedingungen stellte Frau Schulte-Kellinghaus die gesamtgesellschaftliche Verantwortung beim Aufwachsen von Kindern heraus. Kreisjugendamt und Familienbündnisse organisierten die alljährlichen Fachforen zu aktuellen Themen, um Jugend- und Gesundheitshilfe sowie Kitas und Schulen bei der individuellen Förderung von Kindern zu unterstützen.
Professor Dr. Barbara Kavemann von der Katholischen Hochschule für Sozialwesen in Berlin machte in ihrem Referat "Gewalt in Paarbeziehungen" mit eindrucksvollen Bildern und Zitaten betroffener Kinder deutlich, welche Schäden die kindliche Seele nimmt, wenn Kinder Gewalt zwischen ihren Eltern miterleben. Ergebnisse aus Modellprojekten in Baden-Württemberg zeigen ihrer Ansicht nach, dass Kinder und Jugendliche in erster Linie Schutz benötigten. Darüber hinaus seien eigenständige Angebote erforderlich, damit die Kinder die belastenden Erlebnisse verarbeiten könnten.
Jede Wahrnehmung oder Handlung hinterlässt im Gehirn Spuren. Das erläuterte Professor Dr. Dr. Manfred Spitzer, Leiter der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Ulm. Er zeigte in seinem Referat anschaulich auf, wie Lernen funktioniert und zu welchen Leistungen das Gehirn in der Lage ist. Professor Spitzer verwies auf Erkenntnisse aus Studien, dass Kleinkinder von Bildschirmen und Lautsprechern nichts lernen können. Lernen sei im wahrsten Sinne des Wortes als Begreifen zu verstehen. Erhöhter Medienkonsum jeglicher Art habe negative Auswirkungen auf das Lernen und die Beziehungsfähigkeit von Kindern. So appellierte er eindringlich, "Fingerspiele statt Multitasking-Fähigkeit" zu fördern.
Die Referate stehen im Netz unter der Adresse www.familie-im-kreis-soest.de zum Download bereit.
Kreis Soest (kso.2011.07.20.331.-rn). Die Zahl der Auffälligkeiten bis hin zu psychischen Störungen bei Kindern im Zuständigkeitsbereich des Kreisjugendamts wächst. Darauf wies Maria Schulte-Kellinghaus, Dezernentin für Jugend, Schule und Soziales, beim Fachtag "Trotz allem ...! Großwerden gelingt - Risiken und Grenzen beachten" am Dienstag, 12. Juli 2011, in der Soester Stadthalle hin.
Das Kreisjugendamt und die Lokalen Bündnisse für Familie im Kreis Soest begrüßten zu der Veranstaltung 400 Praktikerinnen und Praktiker aus den Bereichen Jugendhilfe, Bildung, Gesundheit und Soziales. Gewalt in Paarbeziehungen und die Auswirkungen auf das Lernverhalten von Kindern standen im Mittelpunkt. Angesichts der veränderten, oft schwierigen Lebensbedingungen stellte Frau Schulte-Kellinghaus die gesamtgesellschaftliche Verantwortung beim Aufwachsen von Kindern heraus. Kreisjugendamt und Familienbündnisse organisierten die alljährlichen Fachforen zu aktuellen Themen, um Jugend- und Gesundheitshilfe sowie Kitas und Schulen bei der individuellen Förderung von Kindern zu unterstützen.
Professor Dr. Barbara Kavemann von der Katholischen Hochschule für Sozialwesen in Berlin machte in ihrem Referat "Gewalt in Paarbeziehungen" mit eindrucksvollen Bildern und Zitaten betroffener Kinder deutlich, welche Schäden die kindliche Seele nimmt, wenn Kinder Gewalt zwischen ihren Eltern miterleben. Ergebnisse aus Modellprojekten in Baden-Württemberg zeigen ihrer Ansicht nach, dass Kinder und Jugendliche in erster Linie Schutz benötigten. Darüber hinaus seien eigenständige Angebote erforderlich, damit die Kinder die belastenden Erlebnisse verarbeiten könnten.
Jede Wahrnehmung oder Handlung hinterlässt im Gehirn Spuren. Das erläuterte Professor Dr. Dr. Manfred Spitzer, Leiter der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Ulm. Er zeigte in seinem Referat anschaulich auf, wie Lernen funktioniert und zu welchen Leistungen das Gehirn in der Lage ist. Professor Spitzer verwies auf Erkenntnisse aus Studien, dass Kleinkinder von Bildschirmen und Lautsprechern nichts lernen können. Lernen sei im wahrsten Sinne des Wortes als Begreifen zu verstehen. Erhöhter Medienkonsum jeglicher Art habe negative Auswirkungen auf das Lernen und die Beziehungsfähigkeit von Kindern. So appellierte er eindringlich, "Fingerspiele statt Multitasking-Fähigkeit" zu fördern.
Die Referate stehen im Netz unter der Adresse www.familie-im-kreis-soest.de zum Download bereit.
Kontakt: Pressestelle, Wilhelm Müschenborn, Telefon 02921/303200
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