Aus für Bücherbus zum Jahresende

Kreistagsmehrheit gegen Weiterbetrieb der Fahrbücherei – Konzept zur Leseförderung

Rollende Bibliothek fährt nicht mehr
Die Mehrheit des Kreistages hat am 19. Dezember beschlossen, den Betrieb der Fahrbücherei des Kreises Soest zum Jahresende einzustellen. Foto: Judith Wedderwille/ Kreis Soest
Pressemeldung vom 19.12.2017

Kreis Soest (kso.2017.12.19.558.-rn). Der Kreistag hat in seiner Sitzung am 19. Dezember bei elf Gegenstimmen mit großer Mehrheit beschlossen, den Betrieb der Fahrbücherei des Kreises Soest zum Jahresende einzustellen. Das Nein zum Bücherbus verband die Kreistagsmehrheit mit der Einsetzung einer interfraktionellen Arbeitsgruppe, die mit Hilfe externer fachlicher Unterstützung ein umfassendes Konzept zur Leseförderung im Kreis Soest erarbeiten soll.


Der Beschluss erfolgte auf der Basis eines gemeinsamen Antrags von CDU, SPD, BG und FDP. Darin wurde auf den aktuellen Stillstand des Bücherbusses wegen eines Schadens, aber auch auf ein Votum der Bürgermeisterkonferenz gegen das Weiterbetreiben der Kreisfahrbücherei verwiesen. Der Weiterbetrieb des seit 1964 fahrenden Bücherbusses sei vor dem Hintergrund des Zeitalters der zunehmenden Digitalisierung und der vergleichsweise hohen jährlichen Betriebskosten von 300.000 Euro nicht mehr zeitgemäß. Für das innovative Vorhaben "Digitales Zentrum Mittelstand" wende der Kreis Soest dagegen künftig jährlich nur 80.000 Euro auf. Die Neuanschaffung eines Bücherbusses würde einmalige Kosten in Höhe von rund 500.000 Euro verursachen, heißt es im Antrag. Zudem wäre eine bibliothekarische Fachkraft neu einzustellen und jährliche Betriebskosten würden ebenfalls bestehen bleiben. Aktuell würden vom Bücherbus 3.000 Leserinnen und Leser mit Literatur versorgt. Das entspreche nur einem Prozent der Einwohner des Kreises.

Für das durch die eingesetzte Arbeitsgruppe zu erarbeitende Konzept zur Leseförderung sollen im Haushalt jährlich 50.000 Euro eingestellt werden, zunächst befristet bis zum Jahr 2020. Die Deckung erfolgt durch die Einsparung der Betriebskosten für den Bücherbus. Der Gedanke der Leseförderung sei weiterzuverfolgen, so die Antragsteller, um insbesondere Schulkinder zum Lesen zu motivieren. Als erste Stichworte in diesem Zusammenhang werden Lesewettbewerbe, Autorenlesungen, Lesenächte, Lesefestivals von, mit und für Schüler und Jugendliche genannt.

Der Antrag von CDU, SPD, BG und FDP löste eine Debatte und Widerspruch bei den Fraktionen Bündnis 90/ Die Grünen sowie Die Linke/ Die SO! aus.

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