„Befürchtete Aids-Epidemie ist ausgeblieben“

30 Jahre erfolgreiche HIV- und Aids-Beratung in den Gesundheitsämtern

Pressemeldung vom 29.11.2017

Kreis Soest (kso.2017.11.29.516.-rn). Auch das Gesundheitsamt des Kreises Soest bietet wie alle lokalen Gesundheitsbehörden im Land seit 1987 einen kostenlosen und anonymen HIV-Test an und engagiert sich in der Aids-Prävention. "Wir haben unseren Anteil dazu beigetragen, dass die befürchtete Aids-Epidemie ausgeblieben ist", zieht Antje Dribbisch, seit 2016 Aids-Koordinatorin im Kreishaus, anlässlich des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember eine positive Bilanz der Arbeit.


Ihre verstorbene Vorgängerin Karola Born habe im Kreis Soest von Beginn an Pionierarbeit zum Aufbau und zur Weiterentwicklung der Beratungsstelle für HIV und Aids sowie sexuell übertragbare Infektionen geleistet. "Sie engagierte sich mit einem großartigen Beitrag in Sachen Information, Aufklärung und Beratung sowie Betreuung und Begleitung von HIV-Infizierten und deren Angehörigen. Dazu gehörte auch der Ausbau des Beratungsangebotes zu weiteren sexuell übertragbaren Infektionen wie Syphilis", betont Antje Dribbisch. Sie verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass bereits seit 1988 die Aids-Hilfe im Kreis Soest ein sehr wichtiger Kooperationspartner sei, mit dem eine enge Zusammenarbeit bestehe. Dadurch werde die Präventionsarbeit noch effektiver umgesetzt. Außerdem sei im Bedarfsfall für die Rat- und Hilfesuchenden die erforderliche Unterstützung gewährleistet.

"Unsere enge Zusammenarbeit hat sich bewährt und ist weiterhin von großer Bedeutung, denn die Prävention von HIV und Aids sowie sexuell übertragbare Infektionen ist heute nach wie vor wichtig", betont Antje Dribbisch. Bekanntermaßen gebe es HIV-Infektionen, die trotz fortschrittlicher Medizin erst zu spät entdeckt werden. Die Betroffenen wiesen dann einen bereits fortgeschrittenen Immundefekt auf. Dabei gebe es bedingt durch einen frühzeitigen HIV-Test und frühe medikamentöse Behandlung deutliche gesundheitliche Vorteile: Diese Menschen hätten ein erheblich geringes Risiko, an Aids und andere schwere Krankheiten zu erkranken. Davon sollten möglichst alle an HIV erkrankten Menschen profitieren. Doch die Angst vor sozialer Ausgrenzung und Diskriminierung sei weiterhin ein wesentlicher Grund, warum Menschen nicht zum HIV-Test gehen. "Durch Beratung, Aufklärung und Information wollen wir in der Gesellschaft die irrationalen Ängste vor Ansteckungen bekämpfen", ergänzt Hanna Rose von der Aids-Hilfe im Kreis Soest. "Wir bieten Beratung für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sowie Arbeitskolleginnen und Arbeitskollegen von Menschen mit HIV, für im Gesundheitswesen Tätige und weitere Personen an, die unsicher im Umgang mit HIV-positiven Menschen sind."

Statistische Zahlen der vergangenen 15 Jahre belegen das große Engagement des Gesundheitsamtes im Kampf gegen den unheilbaren Virus. Von 2003 bis 2016 wurden über 7.330 Beratungskontakte (2016: 662 Beratungskontakte) gezählt. Über 2.830 HIV-Tests führten die Beratungsstellen in Soest und Lippstadt in diesem Zeitraum durch (2016: 207 HIV-Tests). Bei 1.141 Präventionsveranstaltungen (2016: 63 Veranstaltungen) zu HIV und Aids erreichte der Kreis Soest über 39.700 Personen (2016: 1.452).

Zum Welt-Aids-Tag bietet die Aids-Hilfe wie gewohnt ganztags am 1. und 2. Dezember 2017 im Aktionshäuschen auf dem Weihnachtsmarkt Soest Informationsmöglichkeiten rund um das Thema HIV/Aids an. Dabei werden auch wieder die wunderschönen Holzarbeiten mit regionalen Ansichten aus dem Kreis Soest der Justizvollzugsanstalt Werl angeboten und Spenden gesammelt.

Das Gesundheitsamt bietet Beratung und Testungen zu HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen zu folgenden Zeiten an zwei Standorten im Kreis an: in Soest (Kreishaus, Hoher Weg 1-3, Raum E 152, Telefon 02921/303058) dienstags von 10 bis 12.30 Uhr und donnerstags von 14 bis 16.30 Uhr; in Lippstadt (Mastholter Str. 230, Raum 113 und 115, Telefon 02921/303562) montags bis donnerstags von 8.30 bis 12 Uhr nach Vereinbarung und jeden ersten Donnerstag im Monat von 14 bis 17 Uhr. Die Aids-Hilfe im Kreis Soest (Jakobistraße 44a in Soest, Telefon 02921/ 2888) ist zu folgenden Sprechzeiten erreichbar: montags von 16 bis 18 Uhr, dienstags von 9 bis 12 Uhr und mittwochs von 14 bis 16 Uhr.

Der Kreis Soest auf FacebookDer Kreis Soest auf TwitterDer Kreis Soest auf Youtube

Schnellzugriff

Der Kreis Soest von A-Z