Impfungen wichtiger denn je

Gesundheitsamt rät dringend zur Statusüberprüfung

Wirksame Prävention
Impfungen gehören zu den wirksamsten präventiven medizinischen Maßnahmen. Das Gesundheitsamt appelliert an alle Bürgerinnen und Bürger, ihren Impfstatus überprüfen zu lassen. Foto: Thomas Weinstock/ Kreis Soest
Pressemeldung vom 14.06.2017

Kreis Soest (kso.2017.06.09.256.ug/-rn). Impfungen gehören zu den wirksamsten präventiven medizinischen Maßnahmen. Wie wichtig sie sind, unterstreicht das aktuell vermehrte Auftreten von Masernfällen in NRW. Aber nicht nur deshalb appelliert das Gesundheitsamt des Kreises, den Impfstatus zu überprüfen. "Moderne Impfstoffe sind gut verträglich und befürchtete, bleibende unerwünschte gravierende Arzneimittelwirkungen werden nur in sehr seltenen Fällen beobachtet", betont Dr. Ute Gröblinghoff, Sachgebietsleiterin Infektionsschutz.


Unmittelbares Ziel einer Impfung ist es, die geimpfte Person vor einer bestimmten Krankheit zu schützen. Ein weiteres Ziel der nationalen und internationalen Gesundheitspolitik ist es, einzelne Krankheitserreger weltweit auszurotten. Die Eliminierung der Masern, der Röteln und der Poliomyelitis ist eins dieser erklärten Ziele.

In der Bundesrepublik Deutschland besteht zwar keine Impfpflicht, dennoch gibt es gerade im Kreis Soest offensichtlich ein hohes Bewusstsein für die Notwendigkeit von Impfungen, so dass eine Impfquote von über 95 Prozent gegen Masern, Mumps und Röteln zu verzeichnen ist. „Vielleicht liegt es an diesem hohen Grundschutz, dass wir im Kreis Soest in diesem Jahr noch keinen Masernfall registriert haben“, freut sich Dr. Ute Gröblinghoff.

Nach der Grundimmunisierung ist lebenslang durch regelmäßige Auffrischimpfungen sicherzustellen, dass der notwendige Impfschutz erhalten bleibt. Je nach Beruf, potentiellem Kontakt zu Erregern und Reiseplanung werden weitere Impfungen empfohlen. So empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) aktuell eine Hepatitis-A-Impfung für Männer, die Sex mit Männern haben. Seit Mitte November 2016 verzeichnet das Robert-Koch-Institut (RKI) einen Anstieg an Hepatitis-A-Infektionen in der Bundeshauptstadt Berlin. Von den über 80 gemeldeten Fällen ist eine deutliche Mehrheit männlich (über 95 Prozent). Untersuchungen zeigen, dass sich in dieser Ausbruchswelle überwiegend Männer, die Sex mit Männern haben, mit Hepatitis A angesteckt haben. Das lässt darauf schließen, dass Impflücken vorliegen.

Die Berliner Party-Szene hat eine überregionale Anziehungskraft für Männer, die Sex mit Männern haben. Aus NRW wurden ebenfalls einige Hepatitis A-Fälle in diesem Zusammenhang an das Landeszentrum Gesundheit (LZG) übermittelt, teilweise mit Kontakten nach Berlin. Dr. Ute Gröblinghoff: „Bei oral-analen Sexualpraktiken ist das Übertragungsrisiko durch die orale Aufnahme von Fäkalspuren hoch. Bei Analverkehr bietet die Nutzung von Kondomen keinen sicheren Schutz vor Hepatitis A, da auch über die Hände Fäkalspuren aufgenommen werden können.“

Die STIKO empfiehlt für den genannten Personenkreis ausdrücklich die Impfung gegen Hepatitis A. Die Kosten werden von den Krankenkassen übernommen. „Um das Ausbruchsgeschehen rasch zu beenden, bitten wir alle Ärzte um Überprüfung des Impfstatus und gegebenenfalls Impfung gegen Hepatitis A bei Personen mit sexuellem Risiko“, appelliert Dr. Ute Gröblinghoff.


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