Berufsorientierung ohne Klischees

Fachtag bereitet Girls‘ und Boys‘ Day am 27. April vor

Kompetente Referenten
Das Girls`-Day-Netzwerk Hellweg-Hochsauerland hatte zum Fachtag „Anders denken – Chancen schenken“ kompetente Referentinnen und Referenten eingeladen (von l.): Bianca Weickardt (Handwerkskammer Südwestfalen), Andrea Bergmann (Kreis Soest), Beate Spiekien-Heemann (Agentur für Arbeit), Angelika Puhlmann (Bundesinstitut für Berufsbildung), Petra Goldfuss (DGB), Susanne Raths (Unternehmensverband Westfalen-Mitte), Sebastian Rocholl (IHK), Ida März und Hanna Segref (Ausbildungsbotschafterinnen). Foto: Hendrik Henneböhl/ Kreis Soest
Pressemeldung vom 06.04.2017

Kreis Soest/ Hochsauerlandkreis (kso.2017.04.05.154.ab/-rn). Nach der Schule stehen jungen Mädchen 350 verschiedene Ausbildungsberufe zur Verfügung. Bei der Berufswahl beschränken sie sich aber auf die Top 12, darunter Kauffrau im Einzelhandel, medizinische Fachangestellte, Verkäuferin oder Friseurin. Mit dieser Erkenntnis setzte Beate Spiekien-Heemann, Agentur für Arbeit Meschede-Soest, beim vierten Fachtag des Girls`-Day-Netzwerkes Hellweg-Hochsauerland geradezu ein Ausrufezeichen hinter das Veranstaltungsthema "Anders denken - Chancen schenken".


Die Tagung im Soester Aldegrever-Gymnasium war gleichzeitig als Vorbereitung zum diesjährigen Girls' und Boys' Day am 27. April gedacht. Andrea Bergmann von der Kommunalen Koordinierungsstelle Übergang Schule-Beruf des Kreises Soest begrüßte Vertretungen von Koordinierungsstellen, Arbeitgeberverbänden, Schulen, Bildungsträgern, Arbeitgeber und Gewerkschaften. "Damit Jungen und Mädchen die Chance erhalten, ihre Potenziale voll zu entfalten und ihre Berufswahl auf Stärken und Neigungen auszurichten, brauchen sie vielfältige konkrete und praktische Erfahrungen als Orientierung", appellierte sie.

Angelika Puhlmann, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Bonner Bundesinstitut für Berufsbildung berichtete über ein Forschungsprojekt, das sich mit Fragen beschäftigt hat, wie junge Frauen und Männer ihre Berufsorientierung gestalten, welche Berufsvorstellungen sie haben und was sie tun und brauchen um diese auch zu erreichen. Ihr Fazit: "Gesellschaftliche Klischees und Rollenerwartungen dominieren auch heute noch, Berufswahl findet oft nicht nach Stärken und Talenten statt, sondern durch klischeehafte Information. Gegen die eigentlichen Interessen und Neigungen eingeschlagene Ausbildungs- und Berufswege scheitern häufig und es gibt in den Berufsbiographien der jungen Menschen viele Brüche."

In allen Untersuchungen werde deutlich, dass den größten Einfluss auf die Berufsorientierung die Eltern haben, "in positiver aber auch in negativer Richtung", berichtete die Expertin aus der Bundesstadt. Diese Tatsache hat der regionale Ausbildungskonsens zum Anlass genommen, die Initiative www.karriere-hier.de zu entwickeln. Sie soll vor allem auch die Eltern erreichen und sinnvolle Wege zur Ausbildung in der Region Hellweg-Sauerland aufzeigen.

Dass Mädchen auch in Jungenberufen mit Spaß und viel Engagement eine Berufsausbildung absolvieren können, berichteten Ida März, die sich im ersten Ausbildungsjahr als Oberflächenbeschichterin befindet, und Hanna Segref, mittlerweile im zweiten Lehrjahr zum Beruf Holzmechanikerin. Ihre begeisternden Schilderungen der Berufsbilder machten den Teilnehmerinnen und Teilnehmern deutlich, dass diese Mädchen ihren persönlichen Weg gefunden haben, der ihren individuellen Neigungen und Fähigkeiten entspricht. Zusammen mit Bianca Weickhardt von der Handwerkskammer Südwestfalen erläuterten sie außerdem die Tätigkeit von Ausbildungsbotschaftern und -botschafterin an Schulen.

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