MRSA-Besiedelungen leicht angestiegen

Präventive Suche nach Krankenhauskeimen hält Infektionsrate aber konstant gering

Gesundheitsamt federführend
Bei Dr. Ute Gröblinghoff, Sachgebietsleiterin Infektionsschutz im Gesundheitsamt des Kreises Soest, laufen die Fäden des MRE-Netzwerkes Kreis Soest zusammen, zu dem sich die Krankenhäuser zusammengeschlossen haben. Foto: Wilhelm Müschenborn/ Kreis Soest
Pressemeldung vom 16.02.2017

Kreis Soest (kso.2017.02.16.062.-rn). Viele Krankenhausinfektionen werden durch Methicillin-resistente Staphylococcus aureus-Stämme, kurz MRSA, verursacht. Das im Oktober 2016 in den Krankenhäusern des Kreises vor diesem Hintergrund durchgeführte zweite MRSA-Screening, bei dem alle stationär neu aufgenommenen Patienten untersucht wurden, zeigt einen leichten Anstieg der Besiedelungen in der Bevölkerung. Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen ist laut Statistik des Gesundheitsamtes in den vergangenen Jahren aber konstant geblieben.


Bei der vom MRE-Netzwerk Kreis Soest, das multiresistenten Erregern (MRE) den Kampf angesagt hat, initiierten einwöchigen Reihenuntersuchung wurden bei 27 oder zwei Prozent von insgesamt 1.121 getesteten Patienten eine Besiedelung mit MRSA im Nasen-Rachen-Raum nachgewiesen. Insgesamt 1.258 Patienten wurden im Untersuchungszeitraum aufgenommen. 89 Prozent von ihnen stimmten also dem notwendigen Abstrich mit einem Wattetupfer auf dem Nasenvorhof und dem Rachen zu. 2013 war bei einem Screening in 24 teilnehmenden Krankenhäusern in NRW und Niedersachen laut Robert-Koch-Institut ein Mittelwert von 1,83 Prozent ermittelt worden. Beim ersten MRSA-Screening im Kreis Soest im Jahr 2014 waren ein Prozent der Patienten besiedelt. Die Zahl der nachgewiesenen MRSA-Infektionen im Kreis Soest belief sich 2016 auf 19 (2015: 21).

Alle 27 ausweislich des zweiten Screenings besiedelten Patienten wiesen MRSA-Risikofaktoren auf, wie sie von der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention am Robert-Koch-Institut (KRINKO) beschrieben werden. Dazu zählen zum Beispiel Antibiotikatherapie, chronische Wunden oder stationäre Krankenhausaufenthalte in den vergangenen zwölf Monaten. "Das Ergebnis zeigt, wie wichtig das Screening bei Patienten mit Risikofaktoren ist", schlussfolgert Dr. Ute Gröblinghoff, Sachgebietsleiterin Infektionsschutz im Gesundheitsamt des Kreises Soest. Sie weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass alle Krankenhäuser im Kreisgebiet seit einigen Jahren ein risikoabhängiges Aufnahmescreening durchführten. In einigen Häusern habe sich sogar ein generelles Aufnahmescreening etabliert. Dort würden, unabhängig von den Risikofaktoren, alle Patienten bei einer stationären Aufnahme getestet. Viele Menschen trügen MRSA auf ihrer Nasenschleimhaut, ohne es zu bemerken. Für gesunde Personen stelle das keine Gefahr dar, könne jedoch für Patienten im Krankenhaus problematisch sein.

"Gerade durch die akribische präventive Suche nach Krankenhauskeimen ist es den Krankenhäusern gelungen, die Infektionsrate konstant gering zu halten", ist Dr. Ute Gröblinghoff sicher. "Ein herzliches Dankeschön geht an alle Patienten, die sich bereit erklärt haben, die Krankenhäuser in ihrem Kampf gegen die Keime zu unterstützen und ihre Einwilligung zur Teilnahme am zweiten Prävalenzscreening im Kreis Soest gegeben haben." Es sei zu begrüßen und angesichts der aktuellen Untersuchungsergebnisse folgerichtig, dass die Krankenhäuser im Kampf gegen MRSA und andere multiresistente Keime in den kommenden Jahren das EQS-1-Siegels, auch bekannt als "MRSA-Qualitätssiegel", anstreben. Zur Erlangung des EQS-1-Siegels müsse eine Woche lang jeder Patient auf MRSA hin untersucht werden.

Am Screening beteiligten sich im Einzelnen das Klinikum Stadt Soest, das Marienkrankenhaus Soest, das Mariannen-Hospital Werl, das Krankenhaus Maria-Hilf Warstein, das Dreifaltigkeits-Hospital Lippstadt, das Marienhospital Erwitte, das EVK Lippstadt, das Hospital zum Heiligen Geist Geseke sowie die LWL-Kliniken Warstein und Lippstadt.

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