Integrationspreis für Kreis-Förderschule und Rüthener Gymnasium

Motto 2016 „Für ein gleichberechtigtes Miteinander in unserer Gesellschaft“

Integrationspreisträger Don-Bosco-Schule
Die Klasse 7 der Don-Bosco-Schule, Kreis-Förderschule mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung in Lippstadt, war mit ihrer Lehrerin Emese Stikel (5. v. l.) ins Kreishaus gekommen, um den Integrationspreis entgegenzunehmen. Bürgermeister Alfred Schmidt (Anröchte, l.) und Landrätin Eva Irrgang (3. v. r.) überreichten die Auszeichnung. Foto: Wilhelm Müschenborn/ Kreis Soest
Pressemeldung vom 18.11.2016

Kreis Soest (kso.2016.11.18.486.gn/-rn). Zwei erste Plätze hat die Jury für den Integrationspreis "Zuhause im Kreis Soest" 2016 vergeben. Ausgezeichnet wurden die Klasse 7 der Don-Bosco-Schule, Kreis-Förderschule mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung in Lippstadt, mit dem Projekt "Meine Schuhe gegen Aus I grenzen!" sowie das Rüthener Friedrich-Spee-Gymnasium, das sich mit dem Projekt "Migration, Flüchtlinge, Asyl - Stufenbezogene Projekttage zu gesellschaftspolitisch aktuellen Themen- und Fragestellungen" beworben hatte.


"Für ein gleichberechtigtes Miteinander in unserer Gesellschaft", so lautete das diesjährige Motto. Damit will die Kreisverwaltung Soest persönliches und berufliches Engagement gegen Diskriminierungen von Frauen, gegen Vorurteile aufgrund der (sozialen) Herkunft und der Religion sowie politischer Weltanschauung würdigen. Erklärtes Ziel dabei war, ein Zeichen für mehr Toleranz und Verständigung in unserer Gesellschaft zu setzen. Landrätin Eva Irrgang nahm während der Prämierungsveranstaltung am Freitag, 18. November 2016, Bezug darauf und stellte fest: "Gewalt und Hass sind nie eine Lösung. Wir können das gleichberechtigte Miteinander in unserer Gesellschaft erreichen, wenn wir uns gegenseitig mit Toleranz und Respekt begegnen. Diesen Weg können wir, Einheimische und Zugewanderte, nur gemeinsam gehen." Der Bürgermeister der Gemeinde Anröchte, Alfred Schmidt, ergänzte: "Ein funktionierendes Zusammenleben von unterschiedlicher Herkunft, Konfession, Geschlecht oder politischer Weltanschauung ist in unserer Gesellschaft von großer Bedeutung. Integration gelingt jedoch nur, wenn sie von Menschen im Alltag gelebt wird." Gemeinsam mit der Landrätin hatte er die Schirmherrschaft des diesjährigen Integrationspreises übernommen.

Alle 22 Bewerberinnen und Bewerber um den Integrationspreis erhielten während der Prämierungsveranstaltung im Kreishaus eine Urkunde zur Anerkennung ihres Engagements. Die Prämierten bekamen außerdem ein Preisgeld.

Abgerundet wurde das Programm der Prämierungsveranstaltung durch musikalische Beiträge der Band "Voiceful Piano" und durch Kara Tönsmeier, Schülerin des Mariengymnasiums, die mit ihrem Poetry Slam-Text einen Programmpunkt gestaltete. Der Abend klang mit gemeinsamem Austausch, internationalem Imbiss und Getränken aus. Für die Verpflegung sorgte der Tamilisch Deutsche Sport- Kultur- und Schulverein e. V., der Tamilische Schul- und Kulturverein Soest e. V. und die Organisation Ahmadiyya Muslim Jamaat Soest.

In der Jury wirkten wie in den vergangenen Jahren die Integrationsräte der Städte Lippstadt, Soest und Werl sowie das Kommunale Integrationszentrum Kreis Soest mit. Als Vertreterin der Presse war Ruth Heinemann, Chefredakteurin von Hellweg Radio, zum zweiten Mal dabei. Neu dazu kam in diesem Jahr Wolfgang Brust, der im Auftrag der Landeskoordinierungsstelle der Kommunalen Integrationszentren NRW das Bundesprojekt "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" an der Jurysitzung teilnahm und seine Expertise entsprechend des diesjährigen Schwerpunktes der Ausschreibung einbrachte.

Projekt Friedrich-Spee-Gymnasium Rüthen

Im Frühjahr 2015 wurde die ZUE in einem ehemaligen Schwesternwohnheim in Rüthen eingerichtet. Bis zu 550 Menschen wurden dort bis zu ihrer Zuweisung in die Kommunen untergebracht. Die Reaktionen in der Bevölkerung waren von Willkommen und Hilfsbereitschaft über Unsicherheit bis zu offener Ablehnung. Dies spiegelte sich in der Schülerschaft des Friedrich-Spee-Gymnasiums wider.

Auf Wunsch der Schulvertretung wurde im Gymnasium daraufhin ein Projekt zum Thema "Migration, Flüchtlinge, Asyl" entwickelt und durchgeführt. Ziel des Projektes war: "Nicht über die Flüchtlinge, sondern mit ihnen reden!"

Durch die Auseinandersetzung mit Fragen wie "Wer sind die Flüchtlinge und warum kommen sie nach Deutschland?" sollten die Schülerinnen und Schüler für die Situation der Flüchtlinge sensibilisiert werden. Gleichzeitig sollte auch mehr Respekt und Toleranz für die Neuzugewanderten geschaffen werden.

Projekt Don-Bosco-Schule

Die Klasse 7 der Don-Bosco-Förderschule war zum Besuch in Budapest und hat sich dort mit dem Thema "Ausgrenzungen und Diskriminierungen" auseinandergesetzt. Die Schülerinnen und Schüler haben einen Gedenkort an dem Budapester Donauufer besucht, an dem 230 Paar eiserne Schuhe an die Ermordung ungarischer Juden erinnert. Daraus ist die Idee ihres Projekts geboren. Die Schülerinnen und Schüler gestalteten vier unterschiedliche Schuhkartons mit den Modellnamen "Gedenken, Flucht, Protest und mein Modell". Mit den eigenen Schuhen wollten die Schülerinnen und Schüler ihren Protest gegen Diskriminierungen und gleichzeitig Ihren Einsatz für Toleranz und Respekt zum Ausdruck bringen. Außerdem haben sie mehrere weitere Aktionen in der Fußgängerzone in der Stadt Lippstadt durchgeführt.

Integrationspreisträger Friedrich-Spee-Gymnasium
Für das Rüthener Friedrich-Spee-Gymnasium nahmen Schulleiter Heinfried Lichte (2.v. l.) und sein Kollege Christian Neuhaus (3.v. l.) den Integrationspreis aus den Händen von Landrätin Eva Irrgang (l.) und Bürgermeister Alfred Schmidt (Anröchte, r.) entgegen. Für die Stadt Rüthen gratulierten Vizebürgermeister Ewald Wenge (3. v. r.) und Beigeordneter Hubert Betten (2. v. r.). Foto Wilhelm Müschenborn/ Kreis Soest
Beeindruckender Schlusspunkt
Als Schlusspunkt der Integrationspreisverleihung im proppenvollen Kreishaus-Foyer trug Kara Tönsmeier von der Marienschule Lippstadt einen beeindruckenden Text zu Integration, Toleranz und Respekt vor, den sie verfasst hatte. Foto Wilhelm Müschenborn/ Kreis Soest
Der Kreis Soest auf FacebookDer Kreis Soest auf TwitterDer Kreis Soest auf Youtube

Schnellzugriff

Der Kreis Soest von A-Z