Für Bürger

Unsere Gesundheit ist ein hohes Gut und muss vor äußeren Einflüssen geschützt werden. Multiresistente Keime stellen in diesem Zusammenhang eine besondere Herausforderung für jeden Einzelnen und für das Gesundheitssystem dar.

Positiver MRSA- Nachweis auf einer zweigeteilten Blutagar- und Selektivplatte. Foto: Alena Mönke/Marienkrankenhaus
Positiver MRSA- Nachweis auf einer zweigeteilten Blutagar- und Selektivplatte. Foto: Alena Mönke/Marienkrankenhaus

Im Bereich "Für Bürger" auf dieser Website finden Interessierte, Bürgerinnen und Bürger sowie Patientinnen und Patienten verständliche Informationen zum Thema MRE, ergänzt um weiterführende Links zu stichhaltigen Websites.

Was sind MRE?

Die Abkürzung "MRE" steht für "multiresistente Erreger" und bezeichnet Bakterien, die gegen die meisten Antibiotika unempfindlich geworden sind. Zur Erregergruppe MRE gehören unter anderem folgende Erreger.

MRSA (Methicillinresistenter Staphylococcus aureus)

Staphylococcus aureus sind weit verbreitete Keime und damit Hauptverursacher von Besiedlungen und Infektionen bei Patienten, sowohl innerhalb von Krankenhäusern als auch außerhalb. Besiedlung heißt, dass MRSA sich zum Beispiel auf der Haut des Menschen befinden und sich vermehren, ohne dass der Mensch davon krank wird. Solche Personen sind MRSA-Träger. Bei einer Infektion hingegen dringen Keime in die Haut ein und machen den Träger krank. Die Behandlung von MRSA-Infektionen ist mittlerweile deutlich eingeschränkt, weil viele Antibiotika nicht mehr wirken.

Ein Hauptgrund für die Entstehung und Ausbreitung von MRSA ist der übermäßige Antibiotikaeinsatz in allen Lebensbereichen, wodurch Keime resistent werden. Dieser Vorgang wird in der Fachsprache als Selektionsdruck bezeichnet. Weitere Gründe sind die fehlende Weiterbehandlung (Fachsprache: "Sanierung") der Betroffenen, aber auch  Defizite bei Präventions- und Hygienemaßnahmen, wie zum Beispiel Händedesinfektion und routinemäßige Abstrichkontrollen, sogenannte Screenings.

VRE (Vancomycinresistente Enterokokken)

VRE sind Vancomycin-resistente Enterokokkken, die in stationären Einrichtungen wie Krankenhäusern und Pflegeheimen vorkommen. Enterokokken finden sich in der normalen Darmflora von Menschen und Tieren und können eine Reihe von Infektionen verursachen, wie zum Beispiel  Harnwegs- oder Wundinfektionen. Mittlerweile sind über 35 Varianten von Enterokokken bekannt. Die größte Bedeutung im Krankenhausalltag haben Enterococcus faecalis und Enterococcus faecium.

ESBL (extented-spectrum-beta-lactamase bildende Enterobakterien)

Der Begriff ESBL bezeichnet ein Enzym, welches eine große Gruppe von Antibiotika unwirksam machen kann. Am häufigsten sind  ESBL bei gramnegativen Stäbchenbakterien aus der Gruppe der Enterobakterien anzutreffen, wie zum Beispiel bei E.coli, Klebsiella species und Proteus species. E.coli, Klebsiella species und Proteus species leben im Darm und richten dort meist keinen Schaden an. Gelangen diese Bakterien in den übrigen Körper, können sie gefährliche Infektionen verursachen.

MRGN (multiresistente gramnegative Stäbchenbakterien)

Mit dieser Bezeichnung werden unterschiedliche gramnegative Bakterien in einer Gruppe zusammengefasst, die eines gemeinsam haben: Sie sind resistent gegen häufig eingesetzte Antibiotikagruppen. 3MRGN bedeutet, dass sie gegen drei bestimmte Antibiotikagruppen resistent sind, 4MRGN, dass sie gegen vier bestimmte Antibiotikagruppen resistent sind.

In Krankenhäusern sind MRGN in den letzten Jahren  bei der Behandlung insbesondere von immungeschwächten  Patienten  zu Problemkeimen geworden. MRGN-Keime können auch symptomlos Menschen besiedeln, ohne für diese ein gesundheitliches Problem darzustellen.

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