Solarpotenzialkataster

Die Sonnenenergie bietet ein nahezu unerschöpfliches Potenzial für die Erzeugung von Strom und Wärme. Aber welches Haus eignet sich für eine Photovoltaikanlage zur Stromerzeugung oder für eine solarthermische Anlage zur Erwärmung von Wasser?

Screenshot aus dem Solarpotenzialkataster
Ausschnitt aus dem Solarpotenzialkataster Kreis Soest

Diese Fragen lassen sich mit Hilfe des Solarpotenzialkatasters des Kreises Soest schnell und einfach beantworten. Farbliche Markierungen weisen für jedes erfasste Gebäude darauf hin, ob und in welchem Umfang ein Dach geeignet ist. Schrittweise lassen sich darüber hinaus weitere Informationen zum Beispiel zur installierbaren Leistung und zum theoretischen Ertrag einer Photovoltaikanlage abrufen.

Die Angaben sind lediglich dazu geeignet, das Potenzial eines Standortes aufzuzeigen. Die Ertragsberechnungen eignen sich nicht für Wirtschaftlichkeitsberechnungen oder für Investitionsentscheidungen. Hierfür müssen weiterhin qualifizierte Handwerker oder Ingenieure gefragt werden.

Solarpotenzialkataster

Für die Städte Lippstadt, Erwitte, Rüthen und Warstein sowie die Gemeinde Anröchte sind im Solarpotenzialkataster des Kreises Soest keine Informationen abgebildet. Diese Kommunen haben eigene Solarpotenzialkataster.

Hinweise zur Nutzung

  • Aus technischen Gründen kann es vorkommen, dass einzelne Dachelemente, Dacherker und Kanine nicht oder unzureichend dargestellt sind.
  • Im Liegenschaftskataster nicht erfasste Dachflächen, Dachüberstände und Dachfenster sind im Solarpotenzialkataster nicht abgebildet
  • Eine teilweise versetzte Lage der ausgewerteten Gebäude zum darunter liegenden Luftbild erklärt sich durch die Höhe der Gebäude und der nicht immer exakten Senkrechtaufnahme der Luftbilder.
  • Aus der Kreiskarte kann man auch direkt zu den Angeboten der Kommunen mit eigenen Solarpotenzialkatastern gelangen. Das geht so: 1. Auf ein Gebäude klicken. 2. In der Ergebnisausgabe auf "Weitere Informationen" klicken.
  • Durch Einblenden von "Teilflächen für Photovoltaik und Solarthermie" im Solarpotenzialkataster lassen sich auch Teilbereiche von Dächern identifizieren, die sich für eine Installation eignen.
  • Gebäude, die nur wenige Messpunkte aufweisen oder die zum Zeitpunkt der Laserscan-Befliegung nicht eingemessen waren, werden als "Vor Ort zu prüfen" dargestellt.
Kartendarstellungen von Gebäudegrundrissen und aufliegenden Laserscanpunkten
Beispieldarstellung nicht ausreichender Laserscanpunkte auf einem Gebäude

Hinweise zur Wirtschaftlichkeit

Angaben aus dem Solarpotenzialkastaster eignen sich nur für eine erste grobe Abschätzung, nicht für Wirtschaftlichkeitsberechnungen oder für Investitionsentscheidungen (siehe Haftungsausschluss). Hierfür müssen weiterhin qualifizierte Handwerker oder Ingenieure gefragt werden. 

Mit Hilfe des PV-Rechners der EnergieAgentur.NRW kann durch Eingabe der Daten aus dem Solarpotenzialkataster die Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaik-Anlage geprüft werden. Das Ergebnis des Rechners ist eine grobe Orientierunghilfe, ob eine Anlage wirtschaftlich betrieben werden kann. 
Tipp: Im PV-Rechner können zwei Berechungsgrundlagen verwendet werden: 1. Die Daten des Solarpotenzialkatasters des Kreises Soest. 2. Daten von im PV-Rechner auswählbaren Wetterstationen. Bei Auswahl der Solarpotenzialkastasterdaten berechnet der PV-Rechner konservativere Ergebnisse. 

Sonderfall Denkmalschutz

Denkmalgeschützte Gebäude sind im Solarpotenzialkataster nicht gesondert ausgewiesen. Soll eine photovoltaische oder solarthermische Anlage auf einem denkmalgeschützten Gebäude oder im Bereich einer Denkmalschutzsatzung (oftmals in Altstädten vorhanden) errichtet werden, ist die Zustimmung der Unteren Denkmalbehörde erforderlich. Über denkmalschutzrechtliche Auflagen informieren die Bauämter der Kommunen am Wohnsitz.

Berechnungsgrundlagen für die Eignung einer Dachfläche

Die Eignung einer Dachfläche für die Nutzung der Solarenergie ist abhängig von vier Faktoren:

  • Größe der Dachfläche: Um eine Solaranlage wirtschaftlich betreiben zu können, sollte die Modulfläche auf einer zusammenhängenden Dachfläche installiert werden. Bei der Potenzialanalyse im Solarpotenzialkastater des Kreises werden bei der Photovoltaiknutzung 22 Quadratmeter (kristalline Module), 37 Quadratmeter (Dünnschichtmodule) und 6 Quadratmeter (Solarthermienutzung) als Mindestflächengrößen angenommen. Unter besonderen Voraussetzungen und technischen Merkmalen kann im Einzelfall auch die Nutzung einer kleineren Fläche möglich sein. Hierzu bedarf es einer individuellen Prüfung vor Ort. 
    Auf Flachdächer können Module durch Aufständerung und Südausrichtung optimal installiert werden. Um gegenseitige Verschattung der Module zu vermeiden, muss jedoch ein größerer Abstand zwischen den Modulen eingehalten werden. Die Angaben innerhalb des Solarpotenzialkatasters bei Flachdächern beziehen sich auf horizontale Flächen, also liegende Module.
  • Ausrichtung und Neigung: Den höchsten Wirkungsgrad hat ein Solarmodul bei einer genauen Südausrichtung und einer Neigung von 30 bis 40 Grad. Bei Ost- oder Westneigung kann trotzdem noch eine Leistung von 80 Prozent erreicht werden. 
  • Verschattung durch umliegende Bauwerke und Vegetation: Die Angaben im Solarpotenzialkataster beruhen auf Daten zum Zeitpunkt der Messung und berücksichtigen sämtliche nahegelegene Objekte (umliegende Gebäude und Bäume). 
  • Mittlere solare Einstrahlung auf der jeweiligen Dachfläche: Die natürliche Strahlung der Sonne setzt sich aus der direkten und der diffusen Strahlung zusammen. Zusammen bilden sie die sogenannte Globalstrahlung. Im Kreis Soest beträgt die langjährige (1981-2010) mittlere Globalstrahlung auf eine horizontale Fläche 990-1000 kWh/m². Der diffuse Anteil liegt bei rund 58 Prozent (Quelle: Deutscher Wetterdienst). Durch Wettereinflüsse und langjährige Schwankungen, kann der Globalstrahlungswert um bis zu 15 Prozent nach oben oder unten abweichen. 

Potenzial einer Photovoltaikanlage

Im Solarpotenzialkataster sind Dachflächen entsprechend der berechneten Einstrahlung (siehe Punkt "Berechnungsgrundlagen für die Eignung einer Dachfläche" weiter oben) in drei Klassen eingestuft:

  • Gut geeignet ≥ 880 kWh/m²
  • Geeignet ≥ 800 <  880 kWh/m²
  • Vor Ort zu prüfen < 800 kWh/m²

Im Einzelfall kann auch eine Fläche mit einer geringeren Einstrahlung geeignet sein. Allerdings müssen hier dann spezielle Solarmodule verwendet werden. Ob sich das lohnt, muss von Fachleuten vor Ort individuell geprüft werden.  

Je nach Anlage und Solarmodultyp werden unterschiedlich große Flächen für 1 Kilowattpeak (kWp) Nennleistung einer Photovoltaikanlage benötigt. Für die beispielhafte Berechnung des Photovoltaikpotenzials wurden folgende Annahmen gemacht: 

  • Kristalline Module mit einem Wirkungsgrad von 15 Prozent; benötigte Fläche: 6,70 m²/kWp
  • Dünnschichtmodule mit einem Wirkungsgrad von 9 Prozent; benötigte Fläche: 11,00 m²/kWpPerformance; Ratio: 0,85

Die in der Solarpotenzialanalyse verwendeten Parameter sind beispielhaft. Zusätzliche Faktoren wie die Anordnung der Wechselrichter, andere Modultypen und Leitungsverluste können nicht berücksichtigt werden und führen zu abweichenden Ertragsergebnissen.

Potenzial einer Solarthermieanlage

Für eine Solarthermieanlage wird im Vergleich zu einer Photovoltaikanlage weniger Platz benötigt. Deshalb sind für Solarthermie deutlich mehr Dächer geeignet. Die Dachflächen (siehe Punkt "Berechnungsgrundlagen für die Eignung einer Dachfläche" weiter oben) sind in drei Klassen eingestuft: 

  • Gut geeignet ≥ 880 kWh/m²
  • Geeignet ≥ 800 < 880 kWh/m²
  • Vor Ort zu prüfen < 800 kWh/m²

Im Einzelfall kann auch eine Fläche mit einer geringeren Einstrahlung geeignet sein. Allerdings müssen hier dann spezielle Solarmodule verwendet werden. Ob sich das lohnt, muss von Fachleuten vor Ort individuell geprüft werden.  

Je nach Anlagenart und Modultyp sind unterschiedliche Erträge möglich. Dür die beispielhafte Berechnung des Photovoltaikpotenzials wurde ein Wirkungsgrad von 50 Prozent und eine Mindestflächengröße von sechs Quadratmetern angenommen. Die Größe und Leistung einer solarthermischen Anlage ist stark bedarfsabhängig.

Die in der Solarpotenzialanalyse verwendeten Parameter sind beispielhaft. Zusätzliche Faktoren wie andere Modultypen und Leitungs- oder Temperaturverluste können nicht berücksichtigt werden und führen zu abweichenden Ertragsergebnissen. Der Wärmebedarf eines Gebäudes wird in der hier gemachten Analyse nicht berücksichtigt.

Mögliche CO2-Einsparungen

Laut Berechnung des Umweltbundesamtes hat 2011 die Produktion einer Kilowattstunde Strom aus dem bundesdeutschen Strommix durchschnittlich eine Masse von 566 Gramm CO2 freigesetzt. Dieser Wert von 0,566 kg CO2 wurde bei der Berechnung zur CO2-Einsparung verwendet.

Datenschutz

Bürgerinnen und Bürger, die Bedenken wegen der Veröffentlichung von Daten über ihr Grundeigentum haben, können diese schriftlich unter Angabe der Adresse, der Gebäude-ID (wird nach Klick auf ein Gebäude) und den Namen des Eigentümers mitteilen. Nach einer Überprüfung werden die Informationen dann aus der Darstellung entfernt. Diese Vorgehensweise ist notwendig, um Ansprüche rechtssicher zu dokumentieren und Missbrauch zu verhindern.

Haftungsausschluss

Aufgrund der Berechnungsgrundlagen, der statischen Eignungsprüfung von Dachflächen, Belangen des Denkmalschutzes, des Baurechts und aufgrund zwischenzeitlicher Bauwerks- oder Vegetationsveränderungen können Angaben aus dem Solarpotenzialkataster nur einer ersten groben Abschätzung dienen. Die Angaben eignen sich nicht für Wirtschaftlichkeitsberechnungen oder für Investitionsentscheidungen. Hierfür müssen weiterhin qualifizierte Handwerker oder Ingenieure gefragt werden. Aus den Angaben des Solarpotenzialkatasters lassen sich keine Rechtsansprüche ableiten. Die Informationen sind ohne Gewähr.

Der Kreis Soest auf FacebookDer Kreis Soest auf TwitterDer Kreis Soest auf Youtube

Schnellzugriff

Klimaschutz von A-Z

Ansprechperson

Frank Hockelmann 02921 30-2642 frank.hockelmann@kreis-soest.de Adresse | Öffnungszeiten | Details